Anonyme Briefe enthalten mehr unbeabsichtigte Hinweise auf ihre Autoren,
als allgemein angenommen

linguistisches, auditives und visuelles Kalibrieren
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Stand: 21.01.2014

Lügendetektion, Bewerber und Mitarbeiter-Check

(Detektiv-Kurier 01/2001)



Von Raimund H. Drommel
Institut für Angewandte Kommunikationswissenschaften

Download: Bewerbercheck.pdf



Kalibrieren



In der Messtechnik bedeutet Kalibrieren eichen oder justieren. Dabei wird der Zusammenhang zwischen Anzeige oder Einstellung eines Messgerätes und einer Messgröße kontrolliert. Im NLP hingegen wird Kalibrieren auf die menschliche Wahrnehmung bezogen. Diese ist auf bestimmte Aspekte der Realität einzustellen, um sie konzentriert zu beobachten, genau zu verfolgen und später wiederzuerkennen. Das Kalibrieren der Wahrnehmung kann auf allen Sinneskanälen geschehen. Beim Kalibrieren wird eine gezielte Referenzerfahrung geschaffen. Aktuelle Eindrücke werden damit abgeglichen und eingeordnet.



Linguistisches Kalibrieren



Zunächst ist das Individual Communicative Profile (ICP) der zu analysierenden Person zu ermitteln. Dies geschieht bei hinreichender Datenmenge, d.h. wenn möglichst viele Texte (Aussagen, Interview-Antworten, spontane Redebeiträge u.a.) dieser Person vorliegen, auch mit PC-Unterstützung und unter Einsatz von Textvergleichsprogrammen, etwa Konkordanz-Paketen. Lügenverdächtig ist z.B. eine von der Zielperson gewählte Aussageform, die deutlich von der aufgrund ihres ICPs zu erwartenden Form abweicht.



Auditives Kalibrieren



parameterklassen

Wenn man sich auf auditive Wahrnehmungen kalibriert, dann verfolgt man aufmerksam die Feinheiten bei der Veränderung der Tonalität in der Stimme. Um z.B. Abweichungen in der Tonlage einer Person zu erkennen, müssen sich die abhörenden Experten zunächst einmal auf die individuelle mittlere Tonlage dieser Person einstellen 10 .












Visuelles Kalibrieren



Durch visuelles Kalibrieren der Körpersprache prüfen NLP-geschulte Beobachter Kongruenz („Echtheit“, „Stimmigkeit“) einer Äußerung. Durch visuelles Kalibrieren wird versucht, etwa Lügen-Mimik von Wahrheits-Mimik oder Lügen-Gestik von Wahrheits-Gestik zu unterscheiden.

„Woran haben Sie gemerkt, dass er gelogen hat?“
„Weil er immer beim Lügen die Hand am Nacken hat 11 .“

NLP legt der sinnesspezifisch genauen Wahrnehmung deshalb so große Bedeutung bei, weil diese Fähigkeit die Grundlage des sogenannten Kalibrierens darstellt. Kalibrieren heißt zu wissen, was der Gesprächspartner intern gerade tut (z. B. welche Erfahrung er gerade erinnert) und dabei genau zu beobachten, wie er dabei extern aussieht (welche Physiologie er zeigt) und sich das zu merken. Wenn man als Berater einen internen Prozess, zusammen mit seiner extern wahrnehmbaren Physiologie gespeichert hat, so dass man sie wiedererkennen kann, ist man darauf kalibriert, und kann mit großer Sicherheit von der Physiologie auf den internen Prozess schließen. Sinnesspezifisch genaue Wahrnehmung ist die Grundlage. Wiederholte Wahrnehmung derselben Abfolge körpersprachlicher Signale bei derselben Person in denselben situativen Zusammenhängen erlaubt einem die Annahme, dass man auf einen bestimmten Zustand des Gegenüber kalibriert ist.

Durch sorgfältiges Kalibrieren werden Irrtümer weitgehend ausgeschlossen. Denn des Beharren auf sinnesspezifisch genauer Wahrnehmung verschiedener Formen des individuellen Selbstausdrucks hindert Sie daran, Zusammenhänge zwischen internen Vorgängen und körpersprachlichem Selbstausdruck, die für andere oder für Sie selber gelten, zu verallgemeinern und überall wiederzuentdecken. Menschen sehen nämlich nicht gleich aus, wenn sie lustig oder traurig, glücklich oder unglücklich, unruhig oder ruhig, angespannt oder entspannt sind.

Generationen von Managern kennen die einschlägigen NLP-Übungen, bei denen es darum geht, dem Partner die Antwort ja oder nein oder aber einen inneren Zustand vom Gesicht abzulesen, ohne dass er etwas sagt.

Natürlich gibt es „professionelle Lügner“, die sich auch dem geschulten Kalibrierer nicht durch Mundwinkeloder Augenbrauenzucken, nicht durch den Wechsel ihrer Gesichtsfarbe und auch nicht durch ihren Augenausdruck o.ä. verraten. Das spricht aber einerseits mitnichten dafür, auf diesen Zugriff von vorneherein zu verzichten. Und andererseits gibt es ja noch die Lügendetektoren.


anonyme drohung




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