Anonyme Briefe enthalten mehr unbeabsichtigte Hinweise auf ihre Autoren,
als allgemein angenommen

Sprachanalyse, Bewerbercheck. Neurolinguistische Profile: Selbst/Andere, Optionen/Prozeduren, Detail/Global, Proaktiv/Reaktiv
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Stand: 21.01.2014

Lügendetektion, Bewerber und Mitarbeiter-Check

(Detektiv-Kurier 01/2001)



Von Raimund H. Drommel
Institut für Angewandte Kommunikationswissenschaften

Download: Bewerbercheck.pdf



3. Selbst – Andere



Selbst

Selbstbezogene Personen zeigen kaum Gefühle, auch wenn sie sie erleben. Manchmal gibt es eine Zeitverzögerung zwischen der Wahrnehmung eines Stimulus und der Reaktion auf ihn. Sie verhalten sich so, wie sie es für angemessen halten. Sie werden nur durch den Inhalt überzeugt, nicht durch „Tonalität“ Körpersprache oder Rapport, die die Aussage begleiten. Sie tun sich schwer damit, den jeweiligen „Draht“ bzw. die notwendige „Wellenlänge“ (kommunikativ-psychologische Übereinstimmung) herzustellen, da sie die Körpersprache anderer nicht bemerken und daher viele Hinweise übersehen. Personen mit diesem Muster nehmen keine Andeutungen wahr:

Sie beurteilen die Qualität einer Kommunikation aufgrund ihrer eigenen Gefühle. Daher sind sie in der Regel nicht sehr geschickt in zwischenmenschlicher Kommunikation. Im Arbeitskontext werden selbstbezogene Personen meist als technische Experten in Bereichen eingesetzt, für die Kommunikationsfertigkeiten nicht ausschlaggebend sind.

Andere

Auf andere bezogene Personen reagieren automatisch und reflexartig auf das Verhalten anderer. Sie sind im Rahmen ihrer Kultur lebhaft und reagieren mit Gesichtsausdruck, Körperbewegung und stimmlichen Veränderungen auf andere. Sie beurteilen die Qualität einer Kommunikation auf der Grundlage der Reaktionen, die sie bewusst oder unbewusst an der anderen Person wahrnehmen. Sie haben eine gute Fähigkeit, Rapport herzustellen oder aufrechtzuerhalten, vorausgesetzt, sie haben auch andere relevante Muster.



4. Optionen – Prozeduren



Optionen

Optionsorientierte Personen sind motiviert, wenn sie die Gelegenheit und Möglichkeit dazu haben, etwas auf neue Weise zu machen. Für sie existiert immer noch eine bessere Möglichkeit, etwas zu machen. Sie lieben es, Verfahren und Systeme zu entwickeln, haben aber große Schwierigkeiten damit, sie selbst zu befolgen. Wenn Sie einer optionsorientierten Person eine absolut sichere Methode geben, eine Million zu verdienen, wird sie versuchen, die Methode zu verbessern. Unbegrenzte Möglichkeiten und neue Ideen üben eine ungeheure Anziehungskraft auf sie aus. Die Gelegenheit, Regeln zu brechen oder zu beugen, ist für eine optionsorientierte Person unwiderstehlich. Sie entwickeln gerne neue Ideen und Projekte, doch sie verspüren nicht unbedingt den Drang, diese auch zu Ende zu führen. Sie ziehen es vor, sich mit der Entwicklung und Vorbereitung anstatt mit der Wartung und Wahrung zu befassen. Manchmal haben sie Schwierigkeiten damit, sich festzulegen, weil sie das Gefühl haben, dadurch ihre Optionen einzuschränken. Im Extremfall vermeiden sie Entscheidungen (insbesondere: wenn sie ein reaktives Muster haben). Andererseits können sie sich einer Idee oder einem Projekt mit Haut und Haaren verschreiben bis eine neue Idee auftaucht.

Prozeduren

Prozedural orientierte Personen halten sich gern an vorgegebene Schritte. Sie glauben, dass es einen „richtigen” Weg gibt, etwas zu tun. Wenn sie einmal ein Verfahren haben, an das sie sich halten können, werden sie es immer wieder anwenden. Sie sind daran interessiert, wie etwas gemacht wird, nicht daran, warum etwas so ist, wie es ist.

Eine Prozedur hat einen Anfang und ein Ende. Sie kann Entscheidungspunkte enthalten, an denen Informationen gesammelt und Entscheidungen getroffen werden müssen. Ohne ein vorgegebenes Verfahren fühlen sich prozedurale Personen verloren und kommen nicht weiter. Wenn sie eine Prozedur beginnen, ist es für sie am wichtigsten, zum Ende der Prozedur zu gelangen. Wenn sie etwas anfangen, werden sie es auch zu Ende führen. Prozedurale Personen fühlen sich persönlich angegriffen, wenn ihnen vorgeschlagen wird, Regeln zu brechen oder zu umgehen. Wenn sie erst einmal ein Verfahren haben das sie befolgen können, sind sie glücklich damit.



5. Detail – Global („Big Picture“)



Detail

Detailorientierte Personen kommen am besten mit kleinen Informationseinheiten zurecht. Im Extremfall sind sie nicht in der Lage, sich einen Überblick zu verschaffen. Sie behandeln Informationen in linearen Sequenzen, Schritt für Schritt und in sehr großem Detail. Eine spezifisch orientierte Person sieht den Baum, die Äste und Zweige, aber nicht den Wald. In der Folge kann sie Schwierigkeiten damit haben, Prioritäten zu setzen.

Wenn sie mitten in einer Sequenz unterbrochen wird, neigt sie entweder dazu, wieder am Anfang der Sequenz zu beginnen oder sie von der Stelle an fortzuführen, an der sie unterbrochen wurde. Detailorientierte Personen eignen sich gut für Aufgaben, bei denen auf Einzelheiten geachtet werden muss, wie zum Beispiel dem Organisieren von Veranstaltungen oder dem Lösen logistischer Fragen.

Global („Big Picture“)

Personen mit einem global orientierten Muster ziehen es vor, in einem gegebenen Kontext am Überblick oder auf der konzeptuellen Ebene zu arbeiten, auch wenn sie sich für begrenzte Zeit auf Details konzentrieren können. Da sie sich auf Anhieb den Überblick verschaffen können, präsentieren sie Informationen manchmal in einer zufälligen Reihenfolge, ohne den Zusammenhang zwischen den Gedanken darzustellen. Sie konzentrieren sich auf den Wald und werden unruhig, wenn sie sich für längere Zeit mit einzelnen Bäumen befassen müssen.



6. Proaktiv – Reaktiv


Proaktiv

Proaktive Menschen ergreifen die Initiative. Sie neigen dazu, mit wenig oder ohne Überlegung zu handeln; sie stürzen sich in Situationen ohne nachzudenken oder zu analysieren. Sie können andere verärgern, weil sie manchmal wie eine Dampfwalze vorgehen. Sie sind gut darin, ohne Umschweife das zu tun, was zu tun ist. Sie warten nicht darauf, dass andere die Initiative ergreifen.

Diese Personen zeigen oft ein Chef-Gehabe, fühlen sich als „Alpha-Hühner“.

Motto: „Wer ist hier der Boss?“ Lebensthema: Selbstgerechtigkeit, Arroganz

Fokus auf: Wer gefährdet hier meine Kontrolle? Wer ist hier (noch) dominant?

Reaktiv

Reaktive Menschen warten darauf, dass andere die Initiative ergreifen oder die Situation reif ist, bevor sie sich dazu entschließen, zu handeln. Sie neigen dazu, zu überlegen und zu analysieren, ohne zu handeln. Sie möchten eine Situation vollständig verstehen und beurteilen, bevor sie handeln. Sie glauben an Glück und Schicksal. Sie verbringen viel Zeit damit, zu warten. Andere beklagen sich manchmal darüber, dass sie zu lange brauchen, bevor sie mit etwas anfangen. Sie warten darauf, dass andere die Initiative ergreifen, und reagieren dann darauf. Im Extremfall gehen sie mit solcher Sorgfalt vor, dass die Analyse einer Situation kein Ende nimmt. Sie eignen sich gut für analytische Aufgaben.

Diese Personen sind Beobachter.

Motto: „Was macht ihr da?“

Lebensthema: Wissen und Rückzug

Fokus auf: Überforderung, auslaugende Erwartungen Anderer. (Nebenthema: Schuld sind meistens die Anderen.)





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