Anonyme Briefe enthalten mehr unbeabsichtigte Hinweise auf ihre Autoren,
als allgemein angenommen

Der Code des Bösen. Jeder Mensch bedient sich einer Sprache, die ihm so auf den Leib geschrieben ist, dass er daran fast genauso sicher zu ermitteln ist wie an den Rillen seiner Finger. Erstmals legt ein Sprachprofiler seine Methoden offen und zeigt, was ihre Sprache über die Täter verrät.
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Stand: 21.01.2014

Kachelmann-Syndrom

Bonus-Kapitel zum Buch "Der Code des Bösen"
(exklusiv auf diesen Webseiten)


Der Angeklagte



Ärzte, Psychotherapeuten oder – wie wir in dem Kapitel „Puppenspieler“ meines Buches Der Code des Bösen sehen – manchmal auch Casting-Agenten kommen ihren Klienten schon von Berufs wegen recht nahe. Wenn es sich bei den Klienten um Klientinnen handelt und die betreffenden Herren eine überdurchschnittliche Schwäche für das weibliche Geschlecht haben, kann so viel Nähe leicht zu zwischenmenschlichen Verwicklungen führen. Ärzte oder Therapeuten, die ihre Patientinnen wie erotisches Freiwild behandeln, verstoßen damit zweifellos gegen den Kodex ihrer Standesorganisationen. Gleichwohl kommen solche Schurkereien weit häufiger vor, als die wohlmeinende Allgemeinheit annimmt. Aktenkundig werden derlei Verstöße selten – und wenn der Schürzenjäger keinen Arztkittel trägt, sondern die Gloriole eines zweit- oder drittklassigen TV-Prominenten, dann bricht er mit seinen Schurkereien zwar Herzen, aber nicht einmal Standesregeln. Und Strafgesetze erst recht nicht – denn unsere Strafkammern haben aus guten Gründen nicht über Moral und Fantasien zu urteilen, sondern über tatsächlich verübte Verbrechen gegen Leib, Leben und Besitztum.


Ein solcher Herzensbrecher mit schillernder TV-Aura war der Casting-Agent Tom Bornholm, und zwischen seinem Fall und der „Causa Kachelmann“, die große Teile der deutschen Öffentlichkeit seit März 2010 in Atem hält, gibt es einige unübersehbare Parallelen.


  • Wettermoderator Jörg Kachelmann gehörte ebenso wie Casting- Agent Tom Bornholm der schönen bunten Fernsehwelt an. Bis zu seiner Festnahme war er selbst häufig vor den Kameras zu sehen, spielte jedoch – wie Bornholm – auch hinter den Kulissen eine gewichtige Rolle: als Gründer, Miteigner und Geschäftsführer der Wetterfirma „Meteomedia“. Beide Männer kannten also die Mechanismen der Traumfabrik Fernsehen aus dem Effeff.

  • Kachelmanns Erfolg als Wettermoderator hatte weniger mit der Treffsicherheit seiner meteorologischen Vorhersagen als mit seinem persönlichen Stil zu tun: Temperatur- und Niederschlagsprognosen trug er so feinfühlig vor, als deute er nicht Wetterkarten, sondern Seelenlandschaften aus. Insbesondere das weibliche Publikum fühlte sich angesprochen.

  • Seine Tätigkeit als Wettermoderator, der live mal von einem Alpengipfel, dann wieder von der Ostseeküste berichtete, verlieh Kachelmann die ungreifbare Allgegenwart von Ariel, dem mythischen Luftgeist – und entzog ihn praktischerweise der Kontrolle seitens seiner Geliebten. Ebenso wie Bornholm war auch er von Berufs wegen ständig auf Achse, tauchte auf und verschwand wieder, wie es ihm gerade gefiel.

  • Als professioneller „Luftikus“ hatte auch Kachelmann mehrere Geliebte, denen er jeweils vorspielte, dass sie die einzige Frau in seinem Leben seien. Und so wie Tina Nußbaum ihrem ungetreuen Tom eines Tages auf die Schliche kam, so wurde auch einer von Kachelmanns Geliebten schließlich klar, dass er sie nach Strich und Faden betrog. Auch diese Frau – in den Medien „Simone“ genannt – erstattete Anzeige gegen den Mann, der sie in moralischer Hinsicht zweifellos missbraucht hatte: Sie behauptete, er habe sie mit einem Küchenmesser bedroht und vergewaltigt, nachdem sie ihn zur Rede gestellt hatte.




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