Anonyme Briefe enthalten mehr unbeabsichtigte Hinweise auf ihre Autoren,
als allgemein angenommen

Der Code des Bösen. Jeder Mensch bedient sich einer Sprache, die ihm so auf den Leib geschrieben ist, dass er daran fast genauso sicher zu ermitteln ist wie an den Rillen seiner Finger. Erstmals legt ein Sprachprofiler seine Methoden offen und zeigt, was ihre Sprache über die Täter verrät.
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Stand: 21.01.2014

Kachelmann-Syndrom

Bonus-Kapitel zum Buch "Der Code des Bösen"
(exklusiv auf diesen Webseiten)


Die Rechtsanwälte



Mit meisten deutschen Rechtsanwälten habe ich vermutlich schon zusammengearbeitet. So auch mit Reinhold Birkenstock, einem Kölner Wirtschaftsjuristen mit bis zum Kachelmann-Prozess eher geringer Medienerfahrung. Er rief mich erstmals im Sommer 1988 wegen eines Sprachgutachtens an. Es ging um den Fall Hans Werner Reisig. Als Eröffnung unseres Telefongesprächs brachte er eine interessante Variante:

„Herr Dr. Drommel, Sie wissen ja, dass alle Rechtsanwälte lügen …“ (Pause)

Nun ja, wusste ich eigentlich in dieser Absolutheit nicht.

„Aber“, fuhr er fort, „ich sag jetzt mal ausnahmsweise die Wahrheit(…)“

Lügen, bis der (Nerven-)Arzt kommt? Ironie des Schicksals: 21 Jahre später sollte das Thema Wahrheit bei Birkenstocks vielleicht spektakulärstem Fall ebenfalls eine entscheidende Rolle spielen. Ende November 2010 feuerte Kachelmann jedoch seine bisherigen Verteidiger – ein spektakulärer Schritt, den Prozessbeobachter allerdings seit Längerem erwarteten. Insbesondere Rechtsanwalt Reinhard Birkenstock wirkte von Anfang an deutlich zu defensiv und im Prozessverlauf zunehmend überfordert. An seiner Stelle verpflichtete der bedrängte Wetterfrosch den Strafverteidiger Johann Schwenn – einen ausgebufften Prominentenanwalt, der bereits DDR-Chefspion Markus Wolf und den Doping-verdächtigen Turbo-Radler Jan Ullrich vor Gericht vertreten hatte.

Strafverteidiger Schwenn feuert seither eine Breitseite nach der anderen gegen die Staatsanwaltschaft, ihre Zeugen und Gutachter ab. So erklärte er die Psychologieprofessorin Luise Greuel für befangen und fachlich überfordert. Überdies verkündete er, die gegen seinen Klienten aufgebotenen Zeuginnen seien von den Medien gekauft. Auch gegen die Burda-Presse („Bunte“, „Focus“), die für ihn offenbar wie ein medialer „Puppenspieler“ munter im Verfahren gegen Kachelmann mitmischt, richtete Schwenn scharfe Attacken: Bei der Vernehmung der diversen Ex-Geliebten des Ex-Moderators sei die Öffentlichkeit nur deshalb ausgeschlossen worden, weil die aussagenden „Lausemädchen“ – ein Bezeichnung, die von Kachelamann stammen soll –lukrative Exklusivverträge mit dem Hause Burda abgeschlossen hätten.

Vorläufiger Höhepunkt der Schwenn’schen Winteroffensive: Der Haudegen in Anwaltsrobe erklärte die Staatsanwälte zu „Tatverdächtigen“. Die Anklagevertreter seien „um einiges verdächtiger als Herr Kachelmann“, da sie Ergebnisse ihrer Ermittlungen an die Presse weitergegeben hätten. Das Gericht forderte er auf, die Handakten der Staatsanwälte zu beschlagnahmen, um Aufschluss über deren „Telefonate mit möglichen Zeuginnen“ zu erhalten. .





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